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Schreibtipp: In ein anderes Leben schlüpfen

Kreatives Schreiben in Berlin - Schreibideen finden unterwegs in der StadtSchreibideen sammeln in der Stadt

Du suchst Inspirationen für eine Geschichte? Die Stadt und ihre Bewohner/-innen können dir eine Fülle an Ideen zum Schreiben liefern.

Beim Spazieren gehen oder Bahn fahren kannst du dich wie an einem reichhaltigen „Ideen-Buffet“ bedienen. Hierzu brauchst du nur die Menschen um dich herum zu beobachten. Wenn du in der Stadt unterwegs bist, idealerweise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (Stadtbahn, U-Bahn, Bus oder Tram), pickst du dir eine Person raus und machst dir Notizen zu ihr. Lass dabei deiner Fantasie freien Lauf … Überlege z.B.:

  • Wer könnte die Person sein?
  • Was beschäftigt sie wohl gerade in diesem Moment?
  • Wohin ist sie unterwegs und weshalb?

Und für Fortgeschrittene: Was wäre, wenn du sie ansprechen würdest und bitten, sie ein Stück ihres Weges begleiten zu dürfen? Schreibe auf, was du mit der Person erleben bzw. von ihr lernen würdest. – Ganz Mutige unter euch setzen dies dann in die Tat um. ;-)

Lies hier eine Geschichte, die so entstanden ist: Der Flaneur

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Kreatives Schreiben mit Sprichwörtern

Der folgende Text entstand bei unserem Offenen Treff für kreatives Schreiben.

Wortwörtlich

Schreibidee "einen Frosch im Hals haben"

Frosch im Hals? Geschichtenideen aus Sprichwörtern und Redewendungen

Plötzlich bekam Kai keine Luft mehr. Er beugte sich hustend über die Salatschale und röchelte. Seine Mutter sprang vom Tisch auf,  in zwei Sätzen war sie bei ihm und schlug dem Jungen kurz und kräftig auf den Rücken. Der aber ruderte nur wild mit den Armen und starrte hilfesuchend seine Mutter an. Sekunden später hatte diese den Notruf gewählt.

Der Arzt stellte zügig seinen Koffer ab und beugte sich über den röchelnden Patienten. Mit schnellen Bewegungen tastete er routiniert Hals und Kiefer des Jungen ab. Eine Lampe leuchtete in den Rachen und eine Art Schlauchzange zwängte sich – während Kai verzweifelt nach Atem rang – die Luftröhre hinab. Der Arzt packte es, das da zappelnd den Weg versperrte. Ein kurzer Ruck und Kai war befreit. Er hustete und starrte erstaunt auf das kleine Tablett, auf dem der Arzt den Störenfried platziert hatte. Dort hockte nun ein winziger Frosch, nicht größer als der Nagel von Kais kleinem Finger, und war ebenso schreckerstarrt wie der Junge selbst.

© Textarchiv möllerscript, 2016 | Wir danken für die Genehmigung zur Veröffentlichung.

Kreative Schreibmethode:

Sprichwörter und Redewendungen als Inspiration für Geschichten nutzen

Aus einer vorbereiteten Sammlung zieht jede/r ein Sprichwort (oder eine Redewendung) und verfasst dazu eine kurze Geschichte, in der das Sprichwort tatsächlich wortwörtlich passiert, also nicht im übertragenen Sinne, als Metapher verwendet wird. So war der Ausgangspunkt für den hier vorgestellten Text zum Beispiel die Redewendung „einen Frosch im Hals haben“.


Mehr Infos zum Schreibtreff

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Textfundstück: Der Flaneur

Die Berliner Untergrundbahn erhebt sich, an diesem sonnigen Dienstagvormittag noch spärlich besetzt, aus der Tiefe und ruckelt leise quietschend weiter über der Stadt. Das plötzliche Tageslicht blendet, der Mann mir gegenüber kneift die Augen zusammen. Ich sehe einen Anzugträger um die 50, sein Gesicht eingerahmt von einer dickrandigen Brille, leicht ergraut der Bart. Auf den Knien die unvermeidliche schwarze Notebook-Tasche. – Wer weiß, was da wirklich drin ist? Wer ist der Mann und wohin fährt er? – Ich denke mir Folgendes:

Frank ist die rechte Hand des Geschäftsführers eines aufstrebenden Berliner Software-Unternehmens. Seit acht Jahren fährt er jeden Morgen von Pankow zum Fehrbelliner Platz. Allerdings fährt er nicht – wie Millionen seiner Zeitgenossen – auf direktem und zeitsparendstem Wege zur Arbeit. Er liebt es vielmehr, einen Umweg zu nehmen. Wo andere seufzen, genießt er die Verspätung, gönnt sich den Zwischenausstieg und das Flanieren durch die Stadt. Dass er dafür die doppelte, manchmal drei- oder vierfache Zeit braucht, ist ihm nicht Qual, sondern höchstes Vergnügen.

Der Mann entnimmt seiner Tasche ein schmales Notebook, klappt es auf und beginnt unverzüglich zu schreiben. Beim Tippen schmunzelt er leise in sich hinein. Anscheinend hat er einen echten Fund gemacht. Und da höre ich es auch: Die beiden Kinder neben ihm auf der Bank unterhalten sich über ein interessantes Thema.

Der Flaneur - Kreatives Schreiben in der U-Bahn

Situations-Skizze für den Fall, dass der Protagonist noch während des Schreibens davonläuft

Was passiert, wenn man tot ist?, fragt der Junge. – Wir kommen alle in einen großen Kessel, der wird dann verrührt, und etwas Neues wird daraus gemacht, erklärt ihm freundlich seine Begleiterin. Ein Baum, ein Entenküken, ein Kiesel oder wieder ein neuer, kleiner Mensch. – Der Junge runzelt die Stirn. – Ein Baby also? – Dann sagt er: Unsere Seele kommt aber nicht in den Kessel. Die fliegt hoch. – Wohin denn? – Jetzt verzieht das Mädchen mitleidig den Mund. Der Junge erklärt ernst: Sie fliegt hin, wo sie hinwill. Über das Wasser oder auf einen hohen Berg oder ins Weltall mit den Kosmonauten. – Das Mädchen überlegt nun doch: Und die Seele, die gerade keine Lust mehr zum fliegen hat, sucht sich jemanden, der aus dem Kessel kommt. – Aber wo steht der Kessel?

Frank klappt das Notebook zu und erhebt sich zum Aussteigen. „Hausvogteiplatz“ lese ich auf den einfahrenden Schildern am Bahnsteig. Ich stehe auch auf und folge ihm. Dicht hintereinander erklimmen wir die Treppenstufen raus dem Bahnhof. Dann lasse ich ihn vorausgehen. Mein Geschichtenträger schlendert gemächlich um zwei Ecken, quert den Hausvogteiplatz, nicht ohne vor dem ehrwürdigen Schauspielhaus einen Moment innezuhalten. Um diese Uhrzeit ist der Platz noch wie leergefegt. Der Himmel hat sich inzwischen verdunkelt und ein paar dicke Regentropfen lösen sich aus den Wolken. Der Flaneur schlägt den Kragen hoch und wendet sich zum Gehen. Ich meine, ihm anzusehen, wie er den Faden seiner Geschichte in Gedanken weiterspinnt. Während er einer Radfahrerin den Vortritt lässt und sich geschickt zwischen zwei wartenden Taxis durchschlängelt, denkt er über das Sterben nach, über einen großen Kessel und fliegende Seelen.

Wir gehen noch ein Stück zusammen die Jerusalemer Straße hinunter Richtung Leipziger. Ein Bus fährt gerade an einer Haltestelle ein und ich lasse meinen Flaneur einsteigen und davonfahren. Frank wird sich an diesem Morgen noch weitere 45 Minuten durch die Stadt chauffieren lassen. Ein- oder zweimal wird er umsteigen und das letzte Stück zum Bürogebäude zu Fuß zurücklegen. (So denke ich mir das jedenfalls.) Ich spaziere zurück zur U-Bahn fahre weiter auf geradem Weg dorthin, wo ich ursprünglich hinwollte.

Erfahre hier mehr über die Schreibmethode zu diesem Text.

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Den kreativen Brunnen auffüllen

Eine Auszeit den kreativen Kopf und lässt neue Ideen sprießen

Eine Auszeit lüftet den kreativen Kopf und lässt neue Ideen sprießen.

Auszeit als Teil der Arbeit begreifen

Keine Ideen mehr – im Kopf nur leere Wüste. Auch und gerade diejenigen unter uns, die in kreativen Berufen tätig sind, benötigen regelmäßige Auszeiten, um ihre Ressourcen aufzufüllen. Ich verstehe diese Zeiten als feste Bestandteile meiner Arbeit. Wenn mich von Zeit zu Zeit der „Seminar-Blues“ befällt, die Motivation zur Arbeit nachlässt oder der Antrieb, mit eigenen Schreibprojekten voranzukommen, ganz versiegt, ist mein „kreativer Brunnen“ ausgetrocknet. – Höchste Zeit für eine Schaffenspause. Am liebsten fahre ich dafür ein paar Tage raus aus Berlin, weg von meinen täglichen Wegen und Arbeitsorten. Zum Beispiel in den Hohen Fläming südwestlich von Berlin (wo im September das nebenstehende Foto entstanden ist) oder ins östlich gelegene Oderbruch zur Pensionsinhaberin und Malerin Judy Guilford.

Regeln für kreative Auszeiten

Die wichtigsten Regeln für mich, um den „kreativen Brunnen“ neu zu füllen, sind:

  • allein reisen
  • zu einem abgeschiedenen Ort mitten in der Natur (idealerweise kein Handy-Empfang)
  • keine Bücher, Fernsehen, Computer (auch kein kleines Tablet ;-)) mitnehmen, stattdessen…
  • Wegbegleiter wie Papier, Stifte, Schreibbücher, Schere und Klebstoff sowie
  • Dinge, die den Aufenthalt verschönern: Kerzen, Duftschale u.ä.

Am Anfang: Nimm dir den 1. Tag deiner Auszeit dafür, nichts zu tun – d.h.: ankommen, die Umgebung wahrnehmen, dich selbst wahrnehmen, Stille genießen, schweigen.

Und was nun? Verwöhne nun die „ausgehungerte Kreative“ in dir mit allem, was sie erheitert. Tu das, was du sonst nie tust, was einfach nur Spaß macht und doch im Alltag fast nicht vorkommt. Vielleicht lauthals singen, unter der Dusche pfeifen, auf einem Bein hüpfen, Kastanien sammeln und Figuren daraus machen, Holz sammeln und ein Lagerfeuer entzünden… Erinnere dich an deine Kindertage und daran, was du als Kind gern getan hast. Versuche möglichst wenig von dem zu tun, was du sonst im (Arbeits-) Alltag machst. Auszeiten sollten ausschließlich lustgesteuert und absolut nicht auf ein Ziel oder ein bestimmtes Ergebnis ausgerichtet sein.

Ich mache solche Auszeiten mindestens ein, zweimal im Jahr für ein paar Tage und erlebe oft schon währenddessen das Wiederkehren von Lust und Laune und manchmal einen regelrechten „Kreativitätsflash“. Oft entstehen nach meiner Rückkehr ganz neue Ideen für meine Seminare  oder ein ganzes Konzept ist wie von Zauberhand fertig.

In diesem Sinne wünsche ich dir viel Spaß bei deiner eigenen kreativen Auszeit.

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Textfundstück: Als der Mond einen Affen hatte

Kreatives Schreiben über Mond und Affe - Offener Schreibtreff in Berlin

Bild: A. Dreher / pixelio

Dieser Text entstand bei einem unserer Offenen Treffs für kreatives Schreiben in Berlin-Pankow.

Als der Mond einen Affen hatte

von Petra Lohan

Genüsslich lehnte der Mond sich auf einer Astgabel zurück. Er befand sich gerade in seiner Halbmondzeit und so war es ein leichtes für ihn, sich zu verstecken. Er war schon sehr betagt, mehrere Millionen Jahre hatte er schon erlebt, ebenso viele Winter, Frühlinge, Sommer, Herbste, einige Eiszeiten, Überschwemmungen, Hitzewellen, Klimaveränderungen.

Er war es leid, immer und immer wieder dafür zur Verantwortung gezogen zu werden. Zeigte er sich in seiner ganzen Fülle, rund und strahlend, so sagten die Menschen:

„Das Wetter wird umschlagen.“

War er besonders glücklich und ließ seine nächste Umgebung hell erstrahlen, meinten sie: „Ein Unwetter wird kommen.“
Selbst die Gezeiten schrieben sie ihm zu, ja, sogar die Geburten. Sogar das Regelblut der Frauen wurde mit ihm in Zusammenhang gebracht.
Er ließ sich noch ein wenig tiefer ins Geäst sinken.
„Dabei bin ich doch nur ein winziges Teilchen im Puzzle! Niemand regt sich über die Sonne auf, obgleich sie doch mit ihren Strahlen ganze Erdstriche vertrocknen lässt.
Und was ist mit den anderen Planeten? Nur weil sie nicht sichtbar sind, sollen sie keine Auswirkungen auf das Geschehen auf der Erde haben?
Oder die vielen Sterne – die Menschen kennen sie zwar und beobachten sie…“
Ihm kam das ungerecht vor.
Jetzt hatten sie sogar schon einen Affen zu ihm geschickt.
Auf einer Raumfähre; es war derselbe Affe, der ihn schon seit aller Ewigkeit nervte.
Der ewige Affe, der ihn nie in Ruhe ließ, der hin und her rannte, Streit suchend die anderen gegen sich aufbrachte.
Der Affe, der alle Puzzleteile durcheinander warf – ihn sollten sie beobachten, oder, besser noch: verhaften.

Er war der Urheber allen Unheils. Jetzt aber schickten sie ihn zu ihm – damit seine Ruhe nun wirklich dahin war; der Affe würde die Mondsteine durch die Gegend werfen, er würde seine Nase in Dinge stecken, die ihn nun wirklich gar nichts angingen.
Und das allerschlimmste: Der Affe würde herausfinden, dass es den Mann im Mond gar nicht gibt – der Mann im Mond, die letzte Instanz mit der die Menschenkinder noch zu beruhigen waren.
Ihm graute vor dieser Zukunft:
Eine Zukunft ohne Würde und Anstand.
Verdammt zu ewiger Unruhe und Schlaflosigkeit durch die Raserei des Affen.
Ganz für sich beschloss der Mond:
Er würde nicht mehr aus seinem Versteck heraus kommen – er würde nicht mehr für die Menschen scheinen, und den Rhythmus des Wassers, den sollten sie in Zukunft selber regeln.

Eine heftige Unruhe hatte unterdessen den Affen befallen – nicht, dass das ein unbekannter Zustand für ihn gewesen wäre – seit Anbeginn seiner Existenz war sie mit ihm, er sah, was schief lief, wollte es verändern, wollte sagen: Halt! Stopp!
Aber niemand beachtete ihn.
Ja, auch damals, als sich einige seiner Artgenossen von der Ursippe der Affen abzuspalten begannen und die Dinge wirklich kompliziert wurden, da weigerten sich auch alle, ihm zuzuhören.
Und so rannte er dagegen, unaufhörlich, immer wieder, seit Jahrtausenden.

Epilog

Der Mond mit seinem Affen auf dem Stück der Erde, das ihm noch geblieben war, glitt dahin in der Unendlichkeit des Weltalls.
Der Affe, der es sich in einem Kraterloch des Mondes bequem gemacht hatte, um sich von seinem Schock zu erholen, begann, langsam aufzuwachen.
Noch immer benommen und einsam, hungrig und ärgerlich, hysterisch und aufwieglerisch, begann er, sich zu strecken.
Und als er sich wieder als der fühlte, der er war, bevor ihm diese unglaubliche Geschichte mit dem Mond passiert war, begann er erneut zu schreien, schmiss mit Steinen um sich, rannte hin und her auf der Oberfläche des Mondes und veranstaltete ein solches Gezeter, dass der Mond sich schließlich entschloss, etwas zu erwidern, da ihn die Unruhe des Affen doch sehr störte:
„Nun beruhige dich!“, begann er, „ das wird in ein paar Tagen wieder besser.“
„Nie, niemals wird es wieder besser!“ Der Affe glaubte dem Mond kein Wort und fuhr fort, sich kreischend hin und her zu bewegen. Alles, was er fand, warf er durcheinander – unerträglich wurde sein Geschrei.
„Das habe ich befürchtet! – Wenn du dich weiter so aufführst, fallen wir noch hinunter. Was dann?“
„Is mir egal, is mir alles egal! Du hättest die Erde retten können! Nur du!“
„Hättest du nicht immer so gesoffen und dich so äffisch verhalten, ja, dann hätt ich‘s vielleicht versucht. – Aber so?! War ja nicht auszuhalten. Ich wünschte wirklich, du hättest dir ‘nen anderen ausgesucht. Aber es musste ja mal wieder mich treffen!“
Nun schrie der Affe wie am Spieß, biss in die sandige Oberfläche des Mondes, trommelte mit den Fäusten und stampfte mit den Füßen.
„Was fällt dir ein! Öffentlich darüber zu reden – so viel Anstand hättest du wohl bewahren können! Alter Mond! Das hätte ich nie von dir gedacht!“
Und der Affe fiel in ein langanhaltendes Geheule und begann sich einzugraben.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Autorin

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Fünf Wortschaffende unter einem Dach

buerogemeinschaft-berlin-pankow-schreiben-coaching-beratung1Seit fünf Jahren gibt es die Bürogemeinschaft Kreuzstraße 9 in Berlin-Pankow schon – mit nunmehr fünf wortschaffenden Frauen, die hier unter einem Dach tätig sind.

Begründet im September 2010 von Kathrin Möller (Schreibberatung möllerscript) und Lydia Strutzberg (Textentwicklerin) ist das kleine Ladenbüro am Bürgerpark Pankow heute ein lebendiger Arbeits- und Kommunikationsort geworden. 2011 kam Gabriele Dietz (Gabriele Dietz Lektorat und Divan-Verlag), 2014 Claudia Berghaus (deine rhetorik) zu uns ins Haus. Und seit diesem Monat bereichert Lieselotte Rowley (Eckmann & Rowley: Text | Kommunikation) unser Netzwerk.

Die fünf Freiberuflerinnen machen die Kreuzstraße 9 zu einem Standort mit vielfältigem Dienstleistungsangebot. Wir bieten:

Schauen Sie doch einfach mal bei uns vorbei. Jeden letzten Dienstag im Monat, 19.30-21.00 Uhr gibt es einen offenen Schreibtreff zum Kennenlernen von Ort und Leuten und zum „Schnupperschreiben“.

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Neue Blogs entdecken… mit dem LiebsterAward

Bloggst du nur - oder empfiehlst du auch?

Bloggst du nur – oder empfiehlst du auch?

Meine Kollegin Nadja Bungard – Inhaberin der PR-Agentur mondpropaganda und Macherin der Mediensprechstunde – nominierte mich schon vor einiger Zeit für den so genannten „Liebster Award“. Vielen Dank, Nadja, dass du meine kleine Blogseite zu einem deiner liebsten Blogs auserkoren hast.

Der „Liebster Award“ ist eine – wie ich finde – schöne Idee, um Blogs miteinander zu vernetzen und dabei neue Entdeckungen zu machen. Hierfür empfehlen und befragen sich bloggende Menschen gegenseitig (mehr zu den Regeln des Liebster Awards am Artikelende).

Hier nun die Fragen, die Nadja mir gestellt hat und meine Antworten:

1. Was ist das Thema Deines Blogs?

Auf meiner Blogseite geht es um kreatives und autobiografisches Schreiben – gelegentlich kommt auch frauenpolitische Bildung vor, da ich mich zu diesem Thema hier und dort engagiere.

2. Warum schreibst Du ein Blog?

Für mich ist es wichtig, über meine Arbeit und die Themen, die mich dazu (und darüber hinaus) bewegen, mit anderen in Austausch zu treten. Deshalb verstehe ich mein Blog nicht nur als Ideen- und Neuigkeiten-Spender, sondern möchte mit meinen Beiträgen zum Antworten und Weiterdenken – bestenfalls zum aktiven Mittun einladen.

3. Seit wann und wie oft schreibst Du Blogbeiträge?

Obwohl ich schon zehn Jahre im „Schreibgeschäft“ tätig bin, habe ich erst im letzten Jahr (August 2014) mit dem Bloggen begonnen. Mir geht es dabei wie vielen Einzelkämpferinnen, die ich kenne: Am liebsten würde ich ja täglich bloggen, aber …. schon wieder sind zwei Wochen vorbei… :o) So bin ich schließlich bei 1-2 Beiträgen monatlich gelandet.

4. Für wen schreibst Du in Deinem Blog?

Mein Blog soll Leserinnen und Leser ansprechen, die ihr Schreiben weiterentwickeln wollen und hierfür gern neue Wege ausprobieren: kreative Methoden, die manchmal nur indirekt mit dem Schreiben zu tun haben – z.B. Gestalten mit Farben, Falten von Papier oder Spazieren an der frischen Luft.

5. Was inspiriert Dich zum Bloggen?

Die Themen, die mir im (Arbeits-) Alltag begegnen, inspirieren mich am meisten. Sowohl zum Schreiben von Blogartikeln als auch zum Weiterentwickeln meiner Angebote. Manchmal kann das eine Beobachtung sein, wie etwas im Beratungsprozess gut funktioniert hat oder eine Frage, die in einem Schreibworkshop immer wieder auftaucht. Ebenso inspirieren mich die Themen, denen ich im Austausch mit anderen Schreibenden und im Netz begegne.

6. Wieviel Zeit investierst Du in das Schreiben Deiner Blogbeiträge?

Das ist sehr unterschiedlich. Manchmal schreibe ich einen Beitrag in 20 Minuten, manchmal auch über Tage – schrittweise. Dann kann ein Text insgesamt sogar ein oder zwei Stunden Schreibzeit benötigen.

7. Was ist die für Dich die optimale Länge eines Blogbeitrages?

Für mich gibt es keine „optimale“ Länge, die sich allgemein für Blogbeiträge festlegen ließe. Es kommt auf das Thema an. In vielen Fällen, etwa bei einem Veranstaltungshinweis oder einem Schreibtipp, finde ich es wohltuend, wenn der Blogbeitrag kurz und prägnant gehalten ist. Anderen Themen schadet es nicht, wenn sie mehr Raum bekommen, vor allem, wenn sie sich mit längeren Prozessen oder komplexeren Inhalten beschäftigen.

8. Worauf legst Du in Deinen Blogbeiträgen wert?

Neben dem Bezug zu meinen Themen ist das Wichtigste für mich, einen Wert für die Leser/-innen zu schaffen. Diejenigen, die meine Beiträge lesen, hoffe ich mit unterhaltsamer Information, mit Denkanstößen oder wenigstens kleinen Aha-Effekten zu beschenken.

9. Wie machst Du Dein Blog bekannt?

Ich verlinke neue Beiträge auf meiner Facebookseite und auf Twitter. Außerdem erwähne ich die letzten Artikel in meinem Newsletter, wo sie tatsächlich die meiste Aufmerksamkeit auf sich ziehen (siehe nächste Frage).

10. Welche Reaktionen erhälst Du auf Deine Blogbeiträge?

Bisher bekomme ich meist am Rande – bei Gesprächen oder durch eine Bemerkung in einer Mail – mit, dass meine Beiträge gelesen werden. Da heißt es z.B. „Ich habe eine Frage zu der Veranstaltung, über die du geschrieben hast.“ oder „Den Schreibtipp vom Juli habe ich ausprobiert“. Interessant finde ich, dass die Links in meinem Newsletter, die zu Blogbeiträgen führen, am häufigsten geklickt werden.

11. Welche anderen Blogs liest Du regelmäßig?

Zahlreiche Blogs (und Nicht-Blogs), überall – wo ich gehe und stehe, wann immer ich ein Fitzelchen Zeit finde… zum Beispiel mit besonderen Interesse: die Beiträge der Autorin Zoë Beck, der Fotografin Sabine Felber oder der Querdenkerin Antje Schrupp. Zum Thema Schreiben: Gitte Härters Schreibnudel-Blog (nicht nur wegen der Inhalte, auch wegen der beseelten Illustrationen ;-)), ab und zu das Affenblog von Vladislav Melnik und Walter Epps Schreibsuchti-Blog. Sonst lese ich gern auch mal, was Katharina Lewald für bloggende Frauen so schreibt und verpasse möglichst keinen Artikel von Nicole Kempe (nicht nur) über Personal Branding und Expertenpositionierung.


Diese Regeln gelten beim Liebster Award:

  • Die Teilnahme ist freiwillig.
  • Der/die Nominierte bekommt elf Fragen gestellt.
  • Auf diese antwortet er/sie in einem eigenen Blog-Artikel und verlinkt die Seite der Person, die das eigene Blog nominiert hat, im Beitrag.
  • Der/die Nominierte überlegt sich ebenfalls elf Fragen, nominiert drei bis sechs Blogs und verlinkt diese ebenfalls im Beitrag. Zum Abschluss informiert er/sie die neu Nominierten.

Persönliche Anmerkung: Ich finde ja, Regeln sind immer dazu da, sie frei zu interpretieren. Insbesondere beim letzten Punkt würde ich persönlich die Nominierten vorher fragen, ob sie diese Ehre erhalten möchten. Und so werde ich es auch handhaben.- Ich werde berichten…

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Wortverwandlung auf Netzwerkparty

Metamorphosen – Armop met Hosen

Texte auf der Leine - Gedichte auf der Wortparty 2015

Gedichte auf der Leine – frisch geschrieben auf der Wortparty 2015

Auf unserer diesjährigen Netzwerkparty für Wortschaffende drehte sich alles um das Thema „Metamorphosen“. Verwandelte Wörter schmückten die Wände unserer Bürogemeinschaft in der Berliner Kreuzstraße – und auch in den Gesprächen ging es um Verwandlungen und Übergänge: in Berufs- und Lebenswegen. Wie bei jeder Wortparty gab es auch diesmal Gelegenheit zum kreativen Schreiben (siehe nebenstehendes Foto) und Spuren hinterlassen auf unserer Netzwerk-Landkarte „Wunderbare Wortwelten“.

Wir danken allen Besucher/innen der Wortparty für einen lebendigen, bunten Abend mit zahlreichen Wortwechseln. Mehr zu unseren Wortpartys steht hier: Netzwerkparty Berlin.

Und apropos „Übergänge“: Am So., 27.9. gibt es zu diesem Thema einen Schreibspaziergang. Kurzentschlossene Spazierfreudige können sich jetzt noch anmelden: info@moellerscript.de.

Auf der Wortparty 2015 - Netzwerkparty für Wortschaffende in Berlin

Auf der Wortparty 2015 – Netzwerkparty für Wortschaffende in Berlin

Wortgeschenke auf der Netzwerkparty 2015

Wortgeschenke für alle Beteiligten unseres Netzwerkspiels

Netzwerken auf Papier: Schreib- und Redekontinente auf unserer Netzwerk-Landkarte

Netzwerken auf Papier: Schreib- und Redekontinente auf unserer Netzwerk-Landkarte

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Schreibtisch frei in Bürogemeinschaft in Pankow

Raus aus dem Home-Office – rein ins sympatische Netzwerk:

buerogemeinschaft-berlin-pankow-schreiben-coaching-beratung2

Bürogemeinschaft in Berlin Pankow, Kreuzstraße 9

Wir bieten freien Büroarbeitsplatz.

Unsere Bürogemeinschaft in der Kreuzstraße 9 in Berlin-Pankow hat wieder Kapazität!
Wir suchen: eine Besetzung für unseren dritten Schreibtisch (vorzugsweise an Selbstständige/Freiberuflerin aus dem Textbereich, Lektorat, Übersetzung o.ä.), die – so wie wir – nicht den ganzen Tag telefoniert. Dafür kannst du nach Herzenslust konzentriert arbeiten. Zur Zeit sind bei uns im Büro Freiberuflerinnen im Lektorat, der Schreibberatung und im Rhetoriktraining tätig.

Update: November 2015 – Der Büroarbeitsplatz ist wieder nun belegt.

Büroarbeitsplatz ab 15.11.15 frei

Freier Büroarbeitsplatz

Kosten für den Büroarbeitsplatz
120,- Euro pro Monat, inkl.:

  • Nutzung von Schreibtisch mit Büro-Drehsessel und Rollcontainer
  • Internetzugang über W-Lan
  • Nutzung der Teeküche
  • Reinigungspauschale

Bei Interesse: bitte per E-Mail melden: info@moellerscript.de oder telefonisch: 030 / 23 46 47 88 (Nachricht auf dem AB hinterlassen, wir rufen umgehend zurück).

Besprechungsraum und Seminarraum Kreuzstrasse 9 Berlin Pankow

Besprechungsraum kann nach Absprache genutzt werden.

 

 

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In jedem Tabu steckt eine spannende Geschichte

schreibmethode-los-ziehen-tabu-verbotenesDieses Mal hatten wir bei unserem monatlichen Treff für kreatives Schreiben das spannende Thema „über Tabus schreiben“ am Wickel. Dazu sammelten wir zunächst auf Zetteln Ideen zum Thema Tabu – also Dinge, die wir selbst nicht tun würden oder solche, von denen „man sagt“, dass sie nicht getan werden sollten. Zum Beispiel: „sich in der Schlange vordrängeln“, „quer über ein Blumenbeet trampeln“, „Diebstahl begehen“… Die Zettel falteten wir dann zu Losen, jede Person zog ein Los und schrieb dann mit dem gezogenen Thema eine Geschichte.

Die anschließende Leserunde war bewegend: skurrile, amüsante, aber auch nachdenkliche Texte waren zu hören. Spannend, was sich gerade aus dem entfaltet kann, das wir als „tabu“ bzw. „verboten“ wahrnehmen. Da wird ein Taxifahrer von seinem Kunden hochbezahlt, er möge dessen Zimmer mit einer Axt zerlegen. Ein Affe wird vom Mond (auf dem er lebt) wegen seines Alkoholkonsums gemaßregelt, eine Frau ringt mit sich, ihrer Mutter zu erzählen, dass sie schwer krebskrank ist, eine Jugendliche wird magisch vom Rotlichtviertel angezogen, ein Kind spricht offen aus, was nicht zu übersehen ist…

Themen, die schwierig sind, verunsichern oder denen wir ausweichen, erzählen oft von den Bruchstellen, den Rändern unseres sicher geglaubten Lebens. Wenn wir uns den in Tabus versteckten Geschichten nähern, können sie uns direkt zu uns selbst führen. Wir erfahren etwas über unsere Substanz, das, was uns Halt gibt, über die Regeln, die von uns selbst (oder auch den Generationen vor uns) aufgestellt wurden. Tabuthemen sind schon deshalb auch wichtige „Geschichtenschlüssel“ im autobiografischen Schreiben.

Leseproben aus dem Schreibtreff und aus anderen kreativen Quellen ;-) gibt es unter der Rubrik „Textfundstück„.