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Den kreativen Brunnen auffüllen

Eine Auszeit den kreativen Kopf und lässt neue Ideen sprießen

Eine Auszeit lüftet den kreativen Kopf und lässt neue Ideen sprießen.

Auszeit als Teil der Arbeit begreifen

Keine Ideen mehr – im Kopf nur leere Wüste. Auch und gerade diejenigen unter uns, die in kreativen Berufen tätig sind, benötigen regelmäßige Auszeiten, um ihre Ressourcen aufzufüllen. Ich verstehe diese Zeiten als feste Bestandteile meiner Arbeit. Wenn mich von Zeit zu Zeit der „Seminar-Blues“ befällt, die Motivation zur Arbeit nachlässt oder der Antrieb, mit eigenen Schreibprojekten voranzukommen, ganz versiegt, ist mein „kreativer Brunnen“ ausgetrocknet. – Höchste Zeit für eine Schaffenspause. Am liebsten fahre ich dafür ein paar Tage raus aus Berlin, weg von meinen täglichen Wegen und Arbeitsorten. Zum Beispiel in den Hohen Fläming südwestlich von Berlin (wo im September das nebenstehende Foto entstanden ist) oder ins östlich gelegene Oderbruch zur Pensionsinhaberin und Malerin Judy Guilford.

Regeln für kreative Auszeiten

Die wichtigsten Regeln für mich, um den „kreativen Brunnen“ neu zu füllen, sind:

  • allein reisen
  • zu einem abgeschiedenen Ort mitten in der Natur (idealerweise kein Handy-Empfang)
  • keine Bücher, Fernsehen, Computer (auch kein kleines Tablet ;-)) mitnehmen, stattdessen…
  • Wegbegleiter wie Papier, Stifte, Schreibbücher, Schere und Klebstoff sowie
  • Dinge, die den Aufenthalt verschönern: Kerzen, Duftschale u.ä.

Am Anfang: Nimm dir den 1. Tag deiner Auszeit dafür, nichts zu tun – d.h.: ankommen, die Umgebung wahrnehmen, dich selbst wahrnehmen, Stille genießen, schweigen.

Und was nun? Verwöhne nun die „ausgehungerte Kreative“ in dir mit allem, was sie erheitert. Tu das, was du sonst nie tust, was einfach nur Spaß macht und doch im Alltag fast nicht vorkommt. Vielleicht lauthals singen, unter der Dusche pfeifen, auf einem Bein hüpfen, Kastanien sammeln und Figuren daraus machen, Holz sammeln und ein Lagerfeuer entzünden… Erinnere dich an deine Kindertage und daran, was du als Kind gern getan hast. Versuche möglichst wenig von dem zu tun, was du sonst im (Arbeits-) Alltag machst. Auszeiten sollten ausschließlich lustgesteuert und absolut nicht auf ein Ziel oder ein bestimmtes Ergebnis ausgerichtet sein.

Ich mache solche Auszeiten mindestens ein, zweimal im Jahr für ein paar Tage und erlebe oft schon währenddessen das Wiederkehren von Lust und Laune und manchmal einen regelrechten „Kreativitätsflash“. Oft entstehen nach meiner Rückkehr ganz neue Ideen für meine Seminare  oder ein ganzes Konzept ist wie von Zauberhand fertig.

In diesem Sinne wünsche ich dir viel Spaß bei deiner eigenen kreativen Auszeit.

4 Responses to Den kreativen Brunnen auffüllen

  1. Ich kann dazu nur ein großes JA! GENAU! schicken. Ich habe mich im letzten Jahr 5 Tage allein nach Buckow in die Märkische Schweiz zurückgezogen und das waren die erholsamsten und für meine innere Künstlerin nährendsten Tage des Jahres (neben den Treffen mit meinen 2 „Malschwestern“). Darauf zu hören, was ich gerade brauche – UND DEM DANN AUCH NACHGEHEN – das hört sich so einfach an und ist doch der vergessenste (?) Zustand in der heutigen Welt.
    Was ich allerdings an deinem Blogeintrag unglaublich fand, Kathrin: Mehrere Tage ohne Bücher??? Das ist wirklich absolut bewundernswert! Dafür brauche ich noch ein Weile…
    viele Grüße mit feiner Süße
    Kareen

    • Danke, liebe Kareen, für das Mitteilen deiner Erfahrungen. Ja, die „Buchabstinenz“ ist wirklich ein besonderes Abenteuer für uns Buchstabensüchtige. ;-) Das halte ich auch nicht immer durch…

  2. Sabine Müller sagt:

    Liebe Kathrin,

    ich bin ganz frische Nutzerin deines Newsletters und bin davon sehr angetan. Dein aktueller Eintrag zum Thema „Auszeit“ hat mich sehr angesprochen. Wie viele andere Menschen auch, kann ich oft nicht „Nein“ sagen und komme dann sehr schnell an meine Grenzen. Der Wunsch nach einer Auszeit steht dann immer ganz oben auf meiner To do-Liste aber ihn dann auch zu realisieren ist nicht immer ganz einfach. Zu oft sagt man dann: „ja aber….“ , seufzt und stellt seine Bedürfnisse wieder hinten an weil ja so viel anderes „Wichtiges“ ansteht. Dein Artikel hat mich jedoch zum Nachdenken gebracht und ich werde versuchen, 2016 für mich als das Jahr der kleinen Auszeiten zu gestalten. Leider kann ich dein Januarseminar nicht mitmachen, da ich diese Wochen bereits verplant habe ( bietest du so etwas vielleicht noch einmal zu einem späteren Zeitpunkt an?)
    Was das „bloggen“ angeht, so habe ich absolut keine Ahnung wie man das macht. Ich bin weder bei Facebook, noch twitter ich. Habe jetzt erst vor kurzem das „what’s appen“ für mich entdeckt – ja, solche Typen wie mich gibt es auch – vielleicht eine aussterbende Rasse – wer weiß….
    Wünsche dir einen schönen Jahresausklang und weiterhin viel Spaß bei deinem Tun!
    Herzliche Grüße aus Bremen
    Sabine

    • Liebe Sabine,
      vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar. Die Schwierigkeit der Umsetzung – also wirklich „Nein“ zum Dauermarathon zu sagen, kenne ich natürlich bestens. Um mir die Auszeiten auch tatsächlich zu nehmen, habe ich gute Erfahrungen mit fester Terminplanung gemacht und (langfristiger) Kommunikation der Auszeit im Kollegen- und Familienkreis. Einmal angekündigt „Dann und dann mache ich xx Tage Auszeit“, fällt es mir leichter, die Sache auch durchzuziehen. Vielleicht hilft es dir auch…
      Zum Thema „Bloggen“ und Co. könnten wir bestimmt in einer Beratungsstunde viele deiner Fragen klären. Wenn du magst, schreib mir doch kurz per Mail ein paar Zeilen zu deinen Themen und was du dir wünschst.
      Zu meinen Seminaren schicke ich, sobald diese geplant sind, wieder einen Newsletter. Würde mich sehr freuen, wenn es für dich passt, dabei zu sein. Herzlichen Gruß nach Bremen, Kathrin